Interview | Lernen Sie den neuen CEO von Leca International kennen

Interview | Lernen Sie den neuen CEO von Leca International kennen

Nach 30 Tagen bei Leca International ist der neue CEO bereits beeindruckt von dem Einsatz und der Begeisterung der Mitarbeiter im Team. Er erwartet schwierige Herausforderungen für den Bausektor, sieht jedoch auch ein riesiges Potential für Leca und für neue Anwendungsgebiete des Leca-Produkts – und damit nicht zuletzt für eine nachhaltigere Zukunft.

Harald Cholewa ist Ende des Sommers nach Kopenhagen gezogen, um die Geschäftsführung von Leca International zu übernehmen. Er hat seine gesamte berufliche Laufbahn bei Saint-Gobain verbracht. Vor 17 Jahren begann er in Deutschland in der Glasindustrie und wechselte dann zu anderen Saint-Gobain-Teams in Frankreich, Italien, Polen, Schweden, der Tschechischen Republik und jetzt in Dänemark.

ERSTE EINDRÜCKE

„Ich finde es absolut faszinierend, einen neuen Bereich von Saint-Gobain zu entdecken, und ich bin begeistert von dem Leca-Produkt - einem nachhaltigen, natürlichen Produkt - und seinen vielfältigen Anwendungsgebieten. Als ich die Teams besucht habe, habe ich so viele Beispiele dafür gesehen, wie wir diesen Leichtzuschlag verwenden können, um etwas Außergewöhnliches zu erschaffen.

Das Erste, was ich bei Leca getan habe, war, sämtliche Werke zu besuchen und in meinem neuen Verantwortungsbereich so viele Menschen wie möglich kennenzulernen. Es ist mir wichtig, dass wir uns gegenseitig kennenlernen. Das wird auch in Zukunft eine feste Routine für mich bleiben: die Besuche in den Werken und das persönliche Gespräch mit allen Beteiligten, damit wir dieselbe Vision teilen und dieselben Ziele verfolgen. Es war sehr schön für mich, überall im ganzen Land ein sehr engagiertes Team zu erleben. Das macht mich stolz, für Leca zu arbeiten, und ich freue mich auf die Zukunft.”

EIN ZENTRALER AKTEUR HEUTE UND MORGEN

„Ich sehe Leca heute - und noch mehr morgen - als einen zentralen Akteur in der Bauindustrie. Leca ist in den drei wichtigsten Marktsegmenten vertreten: Bauwesen, Infrastruktur und Wassermanagement. Die Anwendungsgebiete werden also immer von Bedeutung sein.

Für das Leca-Geschäft selbst sehe ich eine Reihe von spannenden Möglichkeiten. Wir haben uns stark auf den Infrastruktursektor konzentriert: auf den Straßenbau und hoffentlich auch bald auf den Eisenbahnbau, an dem unser Team bereits mit Hochdruck arbeitet. Wir werden uns weiterhin an diesen großen, öffentlichen Investitionen beteiligen. Aber wir haben auch einige Nischenanwendungen, wie z. B. Filtralite, bei denen ich denke, dass wir mit etwas mehr Einsatz und Konzentration unseren Marktanteil noch steigern können.

Das Wassermanagement und die Wasseraufbereitung stellen einen weiteren interessanten Bereich für die Leca-Produkte dar. Wir wissen, dass mit dem Klimawandel das Thema Wasserrückhaltung in Großstädten immer mehr an Bedeutung gewinnt. Außerdem ist die Verfügbarkeit von klarem und sauberem Trinkwasser schon heute ein wichtiges Thema und wird in Zukunft sogar noch wichtiger werden.

Es gibt so viele Anwendungsmöglichkeiten und ein riesiges Potential, das noch auf uns wartet. Ich bin mir sicher, dass wir noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft haben.”

SCHWIERIGE HERAUSFORDERUNGEN

„Im Moment stehen wir schwierigen Herausforderungen gegenüber. Die Zeiten ändern sich extrem schnell, und wir müssen sehr flexibel sein, um uns an die Situation anzupassen. Die Energiepreise schießen in die Höhe, und als logische Konsequenz müssen die Preise unserer Produkte die gestiegenen Produktionskosten widerspiegeln. Andererseits zeichnet sich angesichts der steigenden Inflation und der steigenden Hypothekenzinsen eine Abkühlung des Marktes gegenüber den historischen Höchstständen der letzten zwei Jahre ab. Daher ist die erste und oberste Priorität jetzt, unsere Gewinnspanne zu erhalten. Das bedeutet, dass wir beim Verkaufspreis einen Ausgleich schaffen müssen. Darüber hinaus müssen wir alle erforderlichen Verbesserungsmaßnahmen ergreifen, um die Kostenbelastung zu senken. Das ist unsere oberste Priorität.

Die zweitwichtigste Priorität ist die Umstellung auf neue Energien und neue nachhaltige Produktionsmethoden. Leca-Zuschlagstoffe helfen bereits der Bauindustrie, ihre CO2-Bilanz zu verbessern. Durch die Umstellung unserer Zuschlagstoffproduktion auf erneuerbare Energien können wir auch unsere eigene Bilanz verbessern. Wir haben uns zu einem sehr ambitionierten Aktionsplan verpflichtet, um bis spätestens 2050 eine Kohlenstoffreduzierung auf Null zu erreichen. Das ist eine Herausforderung, aber ich bin überzeugt, dass wir sie als Team erfolgreich bewältigen können.

VERTRAUEN, EINBINDUNG UND ZUSAMMENARBEIT

„Für mich sind in einem Unternehmen vor allem die Mitarbeiter von zentraler Bedeutung. Ich bin wirklich stolz auf den Wandel in der Geschäftsführung, den ich in allen Ländern, in denen ich bisher für Saint-Gobain gearbeitet habe, in Bezug auf die mitarbeiterzentrierten Aspekte Vertrauen, Einbindung und Zusammenarbeit bewirken konnte.
Die Auswirkungen sind in der jährlichen Umfrage von Me@Saint-Gobain sichtbar geworden, bei der auch gemessen wird, wie sehr sich die Mitarbeiter eingebunden fühlen, sich engagieren und sich mit dem Unternehmen identifizieren. Dieser Wandel lässt sich aber auch an der Entscheidungsgeschwindigkeit und letztlich sogar am operativen Gewinn messen.

Ich bin davon überzeugt: Wenn man den jeweiligen Mitarbeitern die richtigen Informationen zur Verfügung stellt, können sie Wunder vollbringen. Und in der Regel ist es besser, den Mitarbeitern mehr Informationen an die Hand zu geben, als man denkt. Auf diese Weise verstehen sie die Hintergründe, fühlen sich voll einbezogen und lassen sich leichter auf den Weg ein, den wir gemeinsam zu beschreiten haben.”

DIE RICHTIGEN ENTSCHEIDUNGEN TREFFEN

„Mein Hintergrund als Physiker ermöglicht es mir, Abläufe schneller und leichter zu verstehen, und mich mit dem Arbeiter, dem Bediener, dem Vorarbeiter oder dem Produktionsleiter darüber auszutauschen; denn dies geschieht in der Regel auf einer ziemlich technischen Ebene. In der Physik erlernt man aber auch analytische Fähigkeiten, was sehr vorteilhaft ist, um ein Unternehmen zu führen und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Ein natürliches Verhalten des Menschen besteht darin, dass er ein Problem sieht und sofort über eine Lösung nachdenkt; er hat die Lösung sofort parat. Das ist etwas, das man meiner Meinung nach ein bisschen in den Hintergrund drängen muss. Stattdessen muss man die Fakten, die man für diese Entscheidung sammelt, ruhig, vernünftig und emotionslos betrachten. Ich tue das, und dann überprüfe ich in der Regel noch einmal meine erste Reaktion, um zu sehen, ob ich die Fakten mit meinem Bauchgefühl in Einklang bringen kann. Bevor ich meine Entscheidung mit jemandem teile, spreche ich normalerweise mit meinem Management-Team, denn beim Entscheidungsfindungsprozess geht es auch darum, das Team einzubeziehen und zu überzeugen.”

WILLKOMMEN IN DÄNEMARK

„Meine größte Errungenschaft im Leben ist ganz einfach: meine Familie. Ich bin sehr glücklich, dass ich meine Frau und meine beiden Kinder habe, die mir bei allen Herausforderungen zur Seite stehen. Alle 2-3 Jahre sind wir umgezogen, und ich weiß, dass das für sie nicht einfach ist. Der Schritt, nach Dänemark zu gehen, war aber nicht so schwierig, denn wir haben drei Jahre lang auf der anderen Seite der Brücke in Malmö gelebt und waren schon öfters in Kopenhagen.

Wir sind gegen Ende des Sommers hierher gezogen, was fantastisch war. Die Menschen hier sind sehr offen, gastfreundlich und hilfsbereit. Ich bin auch froh, das Meer so nah bei mir zu haben, weil ich gerne auf dem Wasser bin: Ich liebe Windsurfen, Segeln und Wasserskifahren. Aber am meisten liebe ich es, mit dem Fahrrad durch die Landschaft zu fahren. Ich bekomme dadurch den Kopf frei. Außerdem denke ich beim Radfahren oft über anstehende Entscheidungen nach. Allerdings gibt es in Dänemark leider keine Berge, so dass Mountainbiken ein bisschen schwierig ist. Deshalb werde ich mein Mountainbike wohl noch gegen ein Citybike eintauschen müssen.“

Harad Cholewa

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