Interview | Umweltfreundlicher Transport mit gasbetrieben Lastwagen

Torben Hjortshøj, Frode Laursen

Jeden Tag werden tonnenweise Waren und Materialien quer durch Europa transportiert. Ein großer Teil dieses Transports erfolgt mit dieselbetriebenen Lastwagen, die große Mengen CO2 ausstoßen. Glücklicherweise gibt es inzwischen alternative Kraftstoffe, die die CO2-Emissionen des Verkehrs verringern können.

Zur Stärkung seines ökologischen Profils hat das Transportunternehmen Frode Laursen im Herbst 2020 in 25 neue Lkw investiert, die mit Gas betrieben werden können. Seit Januar 2021 fahren täglich 5 dieser Lkw mit Material vom Leca-Werk in Dänemark zu Leca / Fibo ExClay in Deutschland oder auch auf direktem Weg zu deutschen Kunden. Die Lkw werden in Deutschland mit LNG (Flüssigerdgas) betankt. Die CO2-Einsparung im Vergleich zu einem herkömmlichen Diesel-Lkw beträgt ca. 20%. 

„Dieser Lkw-Typ ist in der Anschaffung und im Unterhalt zwar kostspieliger als ein Diesel-Lkw, stellt aber einen unerlässlichen Schritt zur Reduzierung der CO2-Emissionen dar", erklärt Torben Hjortshøj, Leiter der Abteilung Road Continent, bei Frode Laursen. 

Frode Laursen möchte an der Spitze der ökologischen Entwicklung stehen, um der Kundennachfrage nach umweltfreundlicheren Transportmitteln gerecht zu werden. Anfänglich wurde ein Teil der zusätzlichen Anschaffungskosten durch günstigeren Kraftstoff ausgeglichen, aber heute hat sich dieser Preis im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt des letzten Jahres fast verdreifacht.

„Wir behalten die Entwicklungen ständig im Auge und sind bereit zu investieren, wenn sich neue Lösungen ergeben. Biokraftstoffe sind nur der Anfang. Ob der nächste Schritt Wasserstoff, Elektrizität oder etwas ganz anderes sein wird, wissen wir nicht, aber wir wissen, dass wir unter den Ersten sein werden, die die neuen Lkw-Typen kaufen. Wir sind ein großer CO2-Verursacher, aber wir tun, was wir können, um den Ausstoß zu verringern", sagt Torben Hjortshøj.

Die Lkw können sowohl mit Biogas als auch mit Erdgas betrieben werden. In Deutschland wird LNG (Flüssigerdgas) getankt, in Schweden LBG (Flüssigbiogas).

„Wir haben festgestellt, dass das Interesse der Kunden an umweltfreundlichem Transport immer mehr zunimmt. Vor allem im Jahr 2021 haben wir eine stetig wachsende Nachfrage festgestellt und sehen einen Wandel kommen. Wir haben den Wandel bereits im Baugewerbe gesehen, und jetzt ist er auch beim Transport von z. B. Baumaterialien angekommen.“ 

Vom lokalen Spediteur zum internationalen Logistikunternehmen

Frode Laursen begann als lokaler Spediteur, expandierte aber und ist heute in ganz Skandinavien und in einem großen Teil Nordeuropas tätig. Das Unternehmen befindet sich nach wie vor in Familienbesitz, und die gesamte Verwaltung ist weiterhin am Hauptsitz in Vitten ansässig. Doch heute ist das Unternehmen ein großes nordisches Logistikunternehmen.
Torben Hjortshøj führt aus, dass das Unternehmen heute neben dem Speditionssegment auch 3PL (Third-party logistics) mit Lagerhotels an mehreren Orten in Dänemark, Schweden, Finnland und Deutschland anbietet. „Wir holen eine große Menge an Waren bei einem Produktionsunternehmen ab und transportieren sie zu unseren Lagerhotels. Hier lagert die Ware, bis sie dann bei Bedarf in kleineren Mengen an die Supermärkte verteilt wird.“

„Außerdem besitzt das Unternehmen einen Sektor für den Transport von Baumaterialien wie Leca LWA und eine Abteilung namens Recycling für den Transport von Abfällen.“

Eine rundum grüne Vision

Bei Frode Laursen hat man eine „Green Warehouse Vision". Das bedeutet zum Beispiel, dass Solarzellen installiert sind und der gesamte Strom zu 100% aus Ökostrom erzeugt wird. Die Lastwagen werden mit Regenwasser und gereinigtem Waschwasser gewaschen und 95% aller Abfälle werden recycelt. 

„Unser neuestes Lager im schwedischen Eskilstuna wurde von Grund auf neu errichtet, wobei wir während des gesamten Bauprozesses eine umweltfreundliche Strategie verfolgt haben. 

Wir haben unter anderem recycelte Materialien verwendet, die bestmögliche Isolierung und ein stickoxidabsorbierendes Dach. Wir versuchen, von Anfang bis Ende grün und nachhaltig zu denken", so Torben Hjortshøj abschließend.

Warum arbeitet Leca mit Frode Laursen zusammen?

Warum hat sich Leca für die umweltfreundlicheren Fahrzeuge von Frode Laursen entschieden?

Ole Lildballe, Einkaufsleiter bei Leca International, beantwortet diese Frage: „Leca Dänemark hat sich 2019 für eine Zusammenarbeit mit Frode Laursen beim Transport aller Leca-Produkte entschieden, da das Unternehmen günstige Preise anbietet und gleichzeitig die Bedeutung der Erfüllung unserer EHS-Richtlinien versteht. Darüber hinaus ist Frode Laursen ein innovatives Unternehmen, das sich traut, neue Technologien wie gasbetriebene Lkw als Vorreiter einzusetzen, was im Jahr 2021 zu einer Einsparung von ca. 60.000 kg CO2 beim Transport von Leca nach Deutschland geführt hat.“

Biogasantrieb Forde Laursen